Auftanken statt Ausbrennen
Das Phänomen Burnout ist ein typisches Zeichen unserer Zeit und unserer Kultur. Die Erfüllung der Sollvorgaben fremder Antreiber wird aus mangelnder Selbstliebe immer wieder über das persönliche Wohlergehen gestellt. Folge ist eine fortschreitende Sinnkrise, Kraftlosigkeit der Seele, bis hin zum völligen Zusammenbruch. Daher ist es wichtig, mit dem ureigenen Gefühl, und dem eigenen Bedürfniss immer wieder in Kontakt zu kommen und sich selbst wahrzunehmen.
Typische Begleiterscheinungen
Chronische Müdigkeit trotz Schlaf, auch am Wochenende und im Urlaub
Tendenz zum Missbrauch von Drogen aller Art wie Zigaretten, Alkohol, Kaffee, Medikamente, Designer-Drogen
Negative, resignative Stimmung im Wechsel mit aggressiven Anfällen
Erhöhte Infektanfälligkeit aller Art wie z.B. Erkältungen, Bronchitis…
Reduzierung sozialer Kontakte und Beziehungen, Rückzug, Vereinsamung
Zunehmende emotionale und körperliche Empfindungslosigkeit (Bleimantel)
Burnout am Arbeitsplatz
Erhöhter Leistungs-und Termindruck
Mangelnde Anerkennung
Mobbing durch Vorgesetzte und/oder Kollegen
Belastende Zustände wie z.B. Lärm, Hitze, Tempo etc.
Günstlingswirtschaft
Informationsflut durch E-Mails
Zwang ständiger Erreichbarkeit in Pausen, im Feierabend, am Wochenende oder im Urlaub
Diese und andere Belastungen können intensiven Stress auslösen, und einen Menschen mit der Zeit buchstäblich zermürben.
Wer ist betroffen?
Treffen kann Burnout praktisch jeden: Angestellte, Selbstständige, Lehrer, Manager, Hausfrauen. Typische Risikogruppen sind meist Menschen, die konzentriert arbeiten müssen, sich stark engagieren, hohen Ehrgeiz besitzen, weit vorankommen wollen, denen aber aufgrund ihres Engagements gleichzeitig Energiequellen und Regenerationsmöglichkeiten fehlen. Gerade Führungspositionen neigen zum beruflichen Überengagement, getrieben durch immer größere Aufstiegschancen, bessere Verdienstmöglichkeiten und dem damit verbundenen höheren Sozialprestige.
Wie kann Sie dabei unterstützen?
Eine entsprechende Prävention durch Aufklärung ist daher für alle sinnvoll. Frühsymptome sind unter anderem: keine Zeit mehr für sich selbst zu haben, das Gefühl zu haben die Kontrolle zu verlieren und deutlich reduzierte Lebensqualität trotz materiellen Wohlstandes. Daher ist es wichtig, die Mechanismen zu erkennen und zu unterbinden, die zu dieser schrittweisen Entfernung von sich selbst führen.
Zu den bewährten Präventionsmaßnahmen gehören die von mir in meiner Arbeit angewandten Entspannungsverfahren des Autogenen Trainings und der Progressiven Muskelrelaxation. Sie eignen sich besonders für die Stress-Prophylaxe im Beruf, also beispielsweise im Büro oder in der Pause, ohne dass Kollegen oder Mitarbeiter etwas davon mitbekommen, da diese Methoden in einer Kurzform nur wenige Minuten Übungszeit voraussetzen.
Bewährt hat sich ebenfalls ein gutes Zeitmanagement, realistische Erwartungen an den Beruf, Erweiterung von engen Handlungsspielräumen, auch eine andere neue Sichtweise sowie Entfaltungsmöglichkeiten im Beruf, Klärung von Zielvorhaben und regelmäßige Weiterbildungen. Auf der privaten Ebene gehört zur Burn-out-Prävention die Fähigkeit Hilfe annehmen zu können.